free portfolio website templates

Fundierung

Kann ein Unternehmen wirklich langfristig erfolgreich sein, wenn 90% aller Controllingaktivitäten sich auf Analyse und Feststellung der Vergangenheit beschäftigen? Die Frage beantworten Sie vermutlich mit einem klaren nein. Dennoch ist die Situation in Unternehmen zu beobachten. Diese und weitere Erkenntnisse konnten in Studien beobachtet werden.

Es ist nachvollziehbar, dass viele Veränderungen resultiert durch verändertes Kundenverhalten, gestiegene Produktkomplexitäten, neuen Potentiale der Digitalisierung und Automatisierung sowie die Globalisierung an sich die bisher in den Unternehmen eingesetzten Instrumente zum Kostenmanagement und Controlling auf den Prüfstand stellen. Dabei ist die grundlegende Erkenntnis nicht neu, dass die in der Praxis verbreiteten Instrumente nicht Schnitt mit den Veränderungen gehalten haben. Verschiedene Veröffentlichungen skizzieren die bisherige Problemsituation, deren Aufmerksamkeit und Folgeneinschätzung bisher unterschätzt wird. Vielmehr stellt sich die Frage nach wichtigen Gründen und anwendungsorientierten Handlungsalternativen. Auszüge einschlägiger Veröffentlichungen werden im Folgenden dargestellt:

1

Schon im Jahre 1999 zeigte Prof. Udo. Koppelmann in seinem Buch Beschaffungsmarketing, Springerverlag 3 Auflage, an, dass die alten Standardlösungen für die Kalkulation grobe Schwächen und Fehler aufweisen und den gestiegenen Anforderungen eines effektiven Erfolgscontrollings im neuen Industriestandard nicht mehr gerecht werden. 

„Da die Literatur in diesem Methodenbereich weit hinter den Anforderungen der Realität zurückbleibt, haben wir uns entschlossen, ein in der Praxis im Rahmen eines Beratungsunternehmens eingeführtes, heute notwendigen, Kalkulationssystem mit Erlaubnis der Autoren abzubilden.“

2

Im Jahr 2012 diagnostizierten die Kostenrechnungsspezialisten Prof. Dr. Thomas Obermeier, Hochschule für Ökonomie und Management in Essen und Frank Bürger, Spezialist für Erfolgscontrolling und Kostenmanagement, in zwei Fachartikeln der SAP nahen Fachzeitschrift E3 ungenaue Kostenkalkulationen und überalterte Kostenmanagementinstrumente auf Basis einer empirischen Studie.

Prof. Dr. Thomas Obermeier: „Heutige Kalkulationssysteme bauen auf Daten der Finanzbuchhaltung auf und sind vergangenheitsorientiert. Erst wird das Mengen- und Kostengerüst aus der Buchhaltung ermittelt und daraus werden die Zuschlagssätze für die Kalkulation abgeleitet. Diese bleiben während des laufenden Geschäftsjahres konstant, obwohl sich das Mengengerüst und einzelne Kostenpositionen dynamisch ändern. Gleichzeitig sind installierte Kalkulationssystematiken überaltert und genügen nicht den Anforderungen an ein Produkt- Controlling-System.“

Prof. Dr. Thomas Obermeier: „In einer groß angelegten Studie wurden das Erfolgs-Controlling beziehungsweise die Kostenkalkulation von 250 Unternehmen analysiert. Dabei wurde festgestellt, dass fast alle Kostenkalkulationen von Produkten und Dienstleistungen ungenau und Leistungsvergleiche zu Mitbewerbern nicht vorhanden waren. Es fehlte daher auch das Grundverständnis bezüglich der Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit des eigenen Unternehmens. Somit können strategische Kostensenkungsinitiativen die für die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens im globalen Umfeld notwendig sind, nicht identifiziert werden.

3

Ein weiteres Beispiel im Hochschulumfeld ist Prof. Dr. Willi Muschinski von der Hochschule Niederrhein, der nach einer intensiven Forschungsarbeit feststellte, dass in den bisherigen 100-jährigen Kalkulationsvorschlägen der Hochschulen diverse Schwächen und Fehler vorhanden sind und diese keine Möglichkeit zur Durchführung von internationalen Wettbewerbs- und Leistungsanalysen bieten.

Die bisherigen alten Kalkulationssystematiken sind nicht nur unakzeptable ungenau, sondern liefern auch keine Lösung für das heute notwendige erweiterte Anforderungsprofil im Industriestandard 4.o mit der Globalisierung.

4

In der Fachzeitschrift ‚CONTROLLING‘ wurde z.B. in Heft 01/ 2017 mit dem Schwerpunktthema ‚Neue Wege der Kalkulation‘ auf diesen Investitionsstau und der mangelnden Professionalisierung und verursachungsnahen Kalkulationslogik aufmerksam gemacht, wie Prof. Dr. A. Hoffjan, Lehrstuhl für Unternehmensrechnung und Controlling im Editorial der Zeitschrift zutreffend wie pointiert formuliert wird.

Die bisherigen Kalkulationssystematiken kalkulieren über den Daumen".

5

Der anerkannte Controlling- und Kalkulationsfachmann Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Weber (IMC/WHU) bestätigt ebenfalls, dass die bisherigen Kalkulationssystematiken das heute notwendige Anforderungsprofil nicht erfüllt.

„Für eine Wettbewerbsanalyse ist die laufende Kostenrechnung allerdings überhaupt nicht gedacht. Sie ist alleine auf die operative Regelsteuerung gerichtet."

6

Oliver Gaebe, freier Wirtschaftsjournalist 2018 nach umfangreicher Recherche zum Thema Wettbewerbsfähigkeit deutscher „Vorzeigeunternehmen":

„Unsere vielen Gespräche mit Fachleuten, Verbänden und Unternehmern z.B. in der Luft- und Raumfahrtindustrie‘ zeigen deutlich auf, dass Unternehmen in einem viel größeren Risikoumfeld agieren, als früher und eine große Gefahr für den Standort Deutschland vorhanden ist. Hintergrund ist das in vielen Unternehmen unbekannte Problem, dass die bisherigen Controlling- und Kalkulationssystematiken keine akzeptierbare Informations- und Ergebnisgüte aufweisen."

Mobirise

© Copyright 2020 CPM - All Rights Reserved